
Die Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel nennen sich nach ihrer Gründerin. Ihren Geist möchten sie in ihrem Leben und Arbeiten lebendig erhalten. Die heilige Maria Magdalena, geborene Julie Postel, gründete 1807 in Cherbourg eine religiöse Gemeinschaft mit dem Ziel, vor allem durch Erziehung und Bildung der Jugend den Nöten ihrer Zeit zu begegnen. Sie gab ihren Schwestern als Weisung mit auf den Weg: Eine wahre Schwester von der Barmherzigkeit soll man erkennen an der Geradheit des Herzens, das heißt: an der Offenheit, Einfachheit, Armut und Demut." Die Gemeinschaft breitete sich zunächst in Frankreich aus und übernahm bald auch Aufgaben in der Krankenpflege und der Armenhilfe. Das französische Mutterhaus ist bis heute die Abtei Saint-Sauveur-le-Vicomte in der Normandie.
1862 schlossen sich vier junge Lehrerinnen im thüringischen Eichsfeld der französischen Ordensgemeinschaft an. Daraus erwuchs ein selbstständiger deutscher Zweig. Heute arbeiten die Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel außer in Deutschland auch in den Niederlanden, Bolivien, Brasilien, in Rumänien und Mosambik. Der Sitz der Ordensleitung in Heiligenstadt wurde infolge der Teilung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg nach Bestwig ins Sauerland verlegt. Seit 2003 befindet sich das Generalat wieder in Heiligenstadt; Bestwig ist Provinzialat der neu gegründeten Europäischen Provinz.

Das Bergkloster in Bestwig im Sauerland.
1. Im Vertrauen auf Gott wollen wir gemäß dem Auftrag des Evangeliums flexibel auf die Nöte der jeweiligen Zeit reagieren.
2. Wir sind im erzieherischen, pastoralen, therapeutischen und sozial-caritativen Bereich tätig. Unsere besonderen Schwerpunkte liegen in der Bildungsarbeit, der Senioren- und Gesundheitshilfe.
3. Unser Auftrag und Dienst basieren auf einem christlichen Gottes- und Menschenbild. Wir sind unterwegs auf der Suche nach dem Sinn des Lebens.
4. Unsere Einrichtungen sollen Lebens- und Lernorte des Glaubens sein.
5. Wir bejahen das Leben in all seinen Dimensionen und setzen uns insbesondere für Kinder und Jugendliche, Kranke und Alte, Schwache und Ausgestoßene ein.
6. In unseren pädagogischen Einrichtungen versuchen wir, unter Berücksichtigung der Einmaligkeit eines jeden Menschen, christliche Orientierung, Wissen und Bildung zu vermitteln und zur Freude am Leben sowie zu einer verantwortlichen Zukunftsgestaltung zu befähigen.
7. Jugendarbeit ist uns ein besonderes Anliegen, um zur Lebensgestaltung aus dem Glauben zu ermutigen.
8. Im sozial-caritativen Dienst orientieren wir uns an den Bedürfnissen der Menschen, die auf unsere Hilfe und fachlich qualifizierte Unterstützung angewiesen sind.
9. Sterbenden und ihren Angehörigen sind wir nahe und begleiten sie auf ihrem Weg.
10. Wir streben eine vertrauensvolle Atmosphäre an, in der Menschen befreit und froh leben können, und bemühen uns um Offenheit, Ehrlichkeit und Solidarität.
11. In unseren Einrichtungen legen wir Wert auf eine Atmosphäre der Gastfreundschaft, die Begegnung ermöglicht.
12. Wir gehen Konflikten nicht aus dem Weg, sondern erkennen sie als Chance für ein partnerschaftliches Miteinander und versuchen gemeinsam, sie zu lösen.
13. Wir achten andere Meinungen, Konfessionen und Weltanschauungen - sofern sie der Menschenwürde nicht widersprechen - und bemühen uns immer wieder um den Dialog. Dem Anliegen der Ökumene wissen wir uns verpflichtet. Von radikalen Kräften in unserer Gesellschaft distanzieren wir uns.
14. Die Zusammenarbeit zwischen Einrichtungen und Träger sowie zwischen den Einrichtungen untereinander ist unverzichtbar. Die Teilautonomie der Einrichtungen bleibt gewährleistet.
15. Unsere Einrichtungen werden von qualifizierten Mitarbeitern durch ein effizientes Management partnerschaftlich im Team geleitet.
16. Entscheidungen werden transparent gemacht und begründet.
17. Wir verpflichten uns, wirtschaftlich zu arbeiten.
18. Um die Schöpfung zu bewahren, belasten wir unsere Umwelt so wenig wie möglich.
19. Wir wollen unsere vielfältigen Begabungen nutzen und sehen darin eine Chance, uns weiterhin in vielen Bereichen engagieren zu können.
20. Diese Leitlinien und Ziele stellen für alle Einrichtungen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen verbindlichen Rahmen dar und werden für einzelne Teilbereiche in Abstimmung mit dem Träger durch Konkretisierung ergänzt.
21. Wir verpflichten uns, unsere Leitlinien und Ziele immer wieder zu überprüfen. Diese Leitlinien und Ziele wurden 1994 in Kraft gesetzt und in den Jahren 1995 sowie 2004 überprüft und ergänzt.
Heiligenstadt/Bestwig, März 2005
Sr. Aloisia Höing, Generaloberin
Ordensgemeinschaft der Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel
Sr. Theresia Lehmeier
Friedensplatz 6
37308 Heilbad Heiligenstadt
Fon 03606 673-136
Fax 03606 673-138
E-Mail generalat @ smmp.de